Ana Mendieta
Sie drückte ihren Körper in die Erde, ins Feuer, ins Wasser — und hinterließ einen Raum in ihrer eigenen Gestalt.






Stil und Technik
Mendietas Werk handelt fast ausschließlich vom Verhältnis zwischen einem Körper und einer Landschaft — zwischen einem Selbst und der Erde, die es aufnimmt. In der Silueta-Serie (Silhouette), die sie ab 1973 entwickelte und die den Kern ihrer Praxis bildet, drückte sie ihren eigenen Körper in Schlamm, Sand, Gras oder Schnee; ordnete Blumen oder Feuer um seine Form an; ritzte den Umriss in die Erde; und fotografierte und filmte anschließend das Ergebnis. Was nach dem Verschwinden des Körpers bleibt, ist eine menschliche Abwesenheit, geformt genau wie eine menschliche Anwesenheit.
Die Silhouette ist die zentrale formale Idee: der Körper als Maß, als Spur, als Wunde in der Landschaft. Die Spuren, die sie hinterließ, waren nie dauerhaft — sie wurden vom Regen weggewaschen, verbrannt, aufgesogen. Sie dokumentierte sie obsessiv in Fotografien und auf Super-8-Film, die heute die primäre Form sind, in der das Werk existiert. Die Vergänglichkeit ist nicht beiläufig, sondern wesentlich: Das Werk besteht darauf, dass die Beziehung des Körpers zur Erde zeitlich begrenzt und gerade deshalb kostbar ist.
Ihre Quellen waren vielfältig und ausdrücklich: Sie bekannte sich zur afrokubanischen religiösen Tradition der Santería mit ihrem Verständnis des Körpers als Ort spiritueller Kraft und seiner Verbindung zur Erde durch Opfergaben und Ritual. Sie schöpfte ebenso aus präkolumbianischen Kulturen, aus der feministischen Body Art und aus ihrer eigenen Erfahrung als Exilierte — eine kubanische Frau in den Vereinigten Staaten, getrennt von ihrer Heimat und auf der Suche nach einem Weg, ihren Körper dem Land zugehörig zu machen, auf dem er stand.
Vier Erkennungsmerkmale: das Negativ des Körpers als primäre visuelle Form — die Form, die zurückbleibt, nachdem der Körper sich zurückzieht, natürliche Materialien — Erde, Gras, Feuer, Wasser, Blumen — als Medium statt Farbe oder Ton, afrokubanische spirituelle Bezüge, in die Bildwelt eingewoben, ohne illustrativ zu sein, und der weibliche Körper als Subjekt und Instrument zugleich des Werks, nie zum Objekt gemacht, sondern stets handelnd.
Leben und Vermächtnis
Mendieta wurde am 18. November 1948 in Havanna, Kuba, in eine privilegierte Familie geboren, die der Castro-Regierung ablehnend gegenüberstand. 1961, als sie zwölf Jahre alt war, schickten ihre Eltern sie und ihre Schwester Raquelin im Rahmen der Operation Peter Pan in die Vereinigten Staaten — das von den USA unterstützte Programm, das Kinder aus Kuba herausbrachte, um sie von amerikanischen katholischen Hilfsorganisationen aufziehen zu lassen. Sie sollte ihre Eltern mehrere Jahre lang nicht wiedersehen und nie vollständig nach Kuba zurückkehren.
Sie wurde in einer Reihe von Pflegefamilien und Einrichtungen in Iowa untergebracht, ein Übergang von Havanna in den amerikanischen Mittleren Westen, den sie später als prägende Erfahrung von Entwurzelung und Entfremdung beschrieb. Schließlich studierte sie an der University of Iowa, wo sie sich für das MFA-Programm in Intermedia Art bei Hans Breder einschrieb. Das Iowa-Programm war eines der wenigen in den Vereinigten Staaten der frühen 1970er Jahre, das die neuen Performance- und Konzeptkunstpraktiken, die damals aufkamen, ernst nahm, und Mendieta arbeitete in diesem Umfeld mit großer Intensität.
Die Silueta-Serie begann 1973. Im darauffolgenden Jahrzehnt schuf sie mehr als zweihundert Silueta-Arbeiten an Orten in Iowa, Mexiko und Kuba — sofern sie zurückkehren konnte — indem sie die Landschaft mit der Form ihres eigenen Körpers prägte, einritzte, gestaltete, verbrannte und überflutete. Die Arbeiten wurden in Fotografien und auf Super-8-Film festgehalten.
Nach Abschluss ihres Studiums zog sie nach New York und begann, im Kunstbetrieb ernsthafte Anerkennung zu erhalten. 1983 erhielt sie ein Stipendium des Rom-Preises, das sie für zwei Jahre nach Italien führte. In Rom begann sie, skulpturale Arbeiten zu schaffen — in Stein gehauene Figuren —, die eine neue Richtung für ihre Praxis andeuteten.
Ihr Einfluss auf die nachfolgende Kunst — insbesondere auf die Body Art, die feministische Praxis und die Verbindung von Identität und Landschaft — ist enorm und wächst bis heute.



